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Dekografik

Karnevalistischer Tanzsport

Was ist karnevalistischer Tanzsport?

Das ist eine Frage, die in Deutschland ganz unterschiedlich beantwortet wird! Bei vielen Menschen folgt auf diese Frage oft nur ein nüchternes Lächeln, gefolgt von Aussagen wie „Ach, die Funkenmariechen“ oder „Das sind doch diese Hupfdohlen mit den lustigen Hüten“.

Diese Antworten treiben Deutschlands Tänzern und Trainern und all denen, die sich ein bisschen mit karnevalistischem Tanzsport auskennen, die Tränen in die Augen, denn sie beantworten diese Frage ganz anders!

 

Für sie ist eines ganz klar: karnevalistischer Tanz ist Sport – und in vielen Vereinen Deutschlands sogar Leistungssport, denn wer karnevalistischen Turniertanz betreibt, der trainiert nicht nur zur 5. Jahreszeit sondern kontinuierlich das ganze Jahr – und das mehrmals wöchentlich!

Karnevalistischer Tanz erfordert ein hohes Maß an Sportlichkeit. Konditionelle Fähigkeiten sind ebenso wichtig wie Dehnfähigkeit, Körperbeherrschung und Rhythmusgefühl.

 

Immer mehr junge Menschen begeistern sich Jahr für Jahr für den außergewöhnlichen Sport. Immer mehr Trainer lassen sich fachlich durch Trainerlizenzen beim Deutschen Sportbund ausbilden und zum Glück schenken auch immer mehr Menschen den vielen tollen Tänzen, die es auf den Bühnen bundesweit zu sehen gibt, die Anerkennung, die die Tänzer, Trainer und Choreografen verdienen.

 

Karnevalistischer Tanz ist sehr vielseitig und vereint viele unter-schiedliche Tanzstile und Bewegungsformen wie klassisches Ballett, mitteleuropäische Folklore, Revuetanz, Jazz- und Modern-Dance, Hip Hop, Aerobic sowie Bodenturnen und Sportakrobatik.

 

Disziplinen

 

Im karnevalistischen Tanzsport gibt es 5 Disziplinen. In 4 von den 5 Disziplinen geht es um den traditionellen Marschtanz, bei dem sowohl Mannschaften als auch Solisten antreten. Da der Gardetanz seinen Ursprung im Militär hat, sind die Bewegungen des Gardetanzes sehr geradlinig und streng. Neben vielfältigen Grundschritten sind auch verschiedene Sprünge und akrobatische Elemente gefragt, die bei den Tänzerinnen und Tänzern eine hohe Dehnfähigkeit und ein hohes Maß an Sportlichkeit voraussetzen.

In der 5. Disziplin, dem so genannten Schautanz, geht es darum, ein frei wählbares Thema zu vertanzen. Aus verschiedenen Tanzstilen entstehen so ganz unterschiedliche, phantasievolle Tänze, die nicht nur frei erfundene Geschichten erzählen, sondern oftmals auch aktuelle Geschehnisse aufgreifen.

 

Weibliche Garde

 


Tanzgarde Tanzgarde

Tanzgarde Tanzgarde

Wie der Name schon verrät, bestehen die Garden allein aus weiblichen Tänzerinnen (ausgenommen in den kindlichen Altersklassen Jugend und Junioren – dort dürfen auch Jungen in der Garde mittanzen). Im Bund Deutscher Karneval gilt dies wohl vor allem wegen der erforderlichen Exaktheit und Gleichmäßigkeit als „Königsdisziplin“. Schritte und Schwierigkeiten wie z. B. Rad oder Spagat müssen von allen Tänzerinnen beherrscht werden. Als besonders charakteristisch für die weiblichen Garden gilt die „lange Reihe“, in der vor allem die so genannten Beinschwünge oder die Sprungspagats die Zuschauer beeindrucken.

 

Männlich oder Gemischte Garde

 

Gemischte Garde Gemischte Garde

Gemischte Garde Gemischte Garde

An männliche oder weiblich/männlich gemischte Garden werden die gleichen Anforderungen gestellt, wie an rein weibliche Garden. Hinzu kommen allerdings noch diverse Hebungen, die in die Choreographien mit einfließen. Charakteristisch für diese Disziplin ist jedoch nicht nur das Vertanzen von Hebefiguren, sondern vor allem das gleich-berechtigte Tanzen von Männern und Frauen: im karnevalistischen Turniertanz sind die Männer nämlich nicht nur für das „Heben“ verant-wortlich - an sie werden die gleichen Anforderungen gestellt, wie an die Tänzerinnen!

 

Tanzmariechen

 



Tanzmariechen Tanzmariechen Tanzmariechen Tanzmariechen

Für Unwissende ist ein Tanzmariechen zunächst erstmal nur ein lustiger Begriff, verknüpft mit der Vorstellung eines hüpfenden, tanzenden Mädchens. Für BDK-Präsident Volker Wagner sind sie die „einsamen Königinnen“ der Bühne! Mit spielender Leichtigkeit bringen die Solo-tänzerinnen eine Mischung aus karnevalistischem und klassischem Tanz in Einklang mit akrobatischen Elementen aus dem Bodenturnen und begeistern durch ihre Sportlichkeit und ihre Ausdrucksstärke.

 

Tanzpaar

 

Tanzpaar Tanzpaar Tanzpaar Tanzpaar

Wer nun denkt, dass es ausreicht, einer begabten Tänzerin einfach einen starken jungen Mann für die eine oder andere Hebefigur an die Seite zu stellen, der irrt. Ebenso wie bei den gemischten Garden, ist auch bei den Tanzpaaren das gleichberechtigte Tanzen ein wichtiges Kriterium. Tänzerische wie turnerische Elemente werden stets als Paar präsentiert und sorgen gemeinsam mit vertanzter Partnerakrobatik und Hebefiguren für beeindruckende Choreographien.

 

Schautanz

 

 Schautanz Schautanz Schautanz

 Schautanz Schautanz Schautanz

In dieser Disziplin spiegeln sich die verschiedensten Tanzstile und vielfältige Musikrichtungen wieder, denn bei jedem Schautanz geht es vor allem darum, ein frei gewähltes Thema durch Bewegungen, Ausdruck, Musik und Kostüme umzusetzen. Der Phantasie sind dabei kaum Grenzen gesetzt – sogar Requisiten dürfen im Tanz verwendet werden.

Die ideenreichen und kreativen Choreographien machen den Schautanz sowohl bei den Tänzern als auch bei den Zuschauern zu einer beliebten Disziplin und stellen einen willkommenen Ausgleich zu den Marsch-disziplinen dar.

Fotos: Deutsche Meisterschaft 2011, Thomas Wissmath

 

Altersklassen


Im karnevalistischen Tanzsport unterscheidet man 3 Altersklassen: Jugend, Junioren und Ü15.
 
Die Aktiven müssen im Jahr der jeweiligen Deutschen Meisterschaft folgendes Alter erreicht haben:
Altersklasse 1 Jugend:       6 bis 11 Jahre
Altersklasse 2 Junioren:   12 bis 15 Jahre  
Altersklasse 3 Ü15:          16 Jahre und älter

Während es bei den Erwachsenen - den so genannten Ü15 - alle 5 Disziplinen gibt, so treten in den Altersklassen Jugend und Junioren keine männlichen oder männlich/weiblich gemischten Gruppen separat an. Hier dürfen Jungen in der Garde der Mädchen mittanzen und somit gibt es in den beiden Altersklassen jeweils nur 4 Disziplinen.

 

Neugierig geworden?


Wer jetzt immer noch glaubt, dass der karnevalistische Tanz kein Sport ist und dass ein Bundesligaspiel im Fußball interessanter ist, den möchten wir herzlich einladen, sich bei den Deutschen Meisterschaften am 9. und 10. März 2013 im Haller Gerry Weber Stadion vom Gegenteil zu überzeugen. 

Seid dabei, wenn die besten Tänzer Deutschlands im karnevalistischen Tanzsport zwei Tage lang wahre Meisterleistungen vollbringen und erlebt das Gänsehaut-Feeling, das eine Deutsche Meisterschaft mit sich bringt - und dies zum ersten Mal in der Geschichte des Tanzsports nicht in einer Arena, sondern in einem Stadion!

 

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